Am Freitag, 4. Dezember 2009 fand die Sitzung der ÖH Bundesvertretung, dem bundesweiten Studierendenparlament, statt. Der VSStÖ hat die Diskussion rund um Sexismus und Frauenförderung angeregt und einen Antrag eingebracht, der gegen Ende der Sitzung auch eine Mehrheit gefunden hat: Die bundesweite Studierendenvertretung spricht sich für Gleichberechtigung auf der Hochschule, in der Arbeitswelt, in Medien und in der Werbung aus:
Strukturelle Diskriminierung von Frauen begegnet und täglich: egal ob im Job, auf der Straße oder im Bildungsbereich. Es ist wichtig, die gesamtgesellschaftlichen Machtmechanismen aufzuzeigen und klar zu machen, dass durch gesetzliche Maßnahmen die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen zumindest rechtlich aufgehoben werden kann.
In der Arbeitswelt klafft die Lohnschere zwischen Männern und Frauen weit auseinander. In Österreich verdienen Frauen um ein Drittel weniger als Männer. Studien belegen, dass selbst wenn Teilzeit, Kinderbetreuung und Bildungsunterschiede aus den Berechnungen gestrichen werden, nur noch das Geschlecht den Unterschied der Bezahlung ausmacht.
Die gläserne Decke an den Hochschulen bewirkt immer noch, dass es Fauen, obwohl es mittlerweile mehr Studentinnen als Studenten in den allermeisten Studienrichtungen gibt, doppelt so schwer haben, Professorinnen zu werden als Männer. Durch Selektionsmechanismen, Männernetzwerke und Diskriminierung auf Grund des Geschlechts sind die obersten Ebenen immer noch Männern vorbehalten, Rektorin gibt es an den Universitäten zun Beispiel immernoch keine einzige.
Im Alltag werden wir täglich auf sexistische Darstellungen von Frauen gestoßen. In der Werbung gilt das Prinzip “sex sells”. Durch das tradierte Schönheitsbild, das uns ständig begegnet, werden Ideale geschaffen, denen immer mehr, vor allem junge, Frauen versuchen nachzueifern. Schlankheitswahn ist nur eine Folge dieser Reduktion auf den weiblichen Körper. Auch in der Medienlandschaft dominieren hinter den Kulissen immer noch Männer, feministische Medien werden hingegen kleingehalten und kaum gefördert.
Wir fordern:
- Gleichstellungsmaßnahmen von Frauen und Männern in der Arbeitswelt: Die Schließung der Lohnschere mittels innerbetrieblicher Offenlegung der Gehälter und Zuschüssen sowie Sanktionsmaßnahmen bei Nichteinhaltung
- Mehr Frauen in die Wissenschaft: Wirksame Frauenförderung an den Hochschulen durch Quoten in allen Strukturen, Mentoring von Studentinnen und jungen Wissenschaftlerinnen und verpflichtende Gender-Lehrveranstaltungen in allen Studienrichtungen
- Ein Ende der sexistischen Werbung und Medienlandschaft: Bundesgesetzliche und auf lange Sicht europarechtliche Regelungen zum Verbot von sexistischer Werbung, nach Beispielen aus Deutschland und der Schweiz, sowie die Förderung Feministischer Medien.





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