Der aktuelle Tomatenwurf geht an..
Bauern, die Frauen suchen – oder: Menschen, die aus Liebe ein Geschäft machen
Wir kennen es doch alle: Eine nette Moderatorin präsentiert uns die neuesten Jung- bis Altbauern, denen das ledige Leben langweilig geworden ist und die eine Partnerin suchen. Nette Kerle, manchmal. Doch großteils der Zeit haben wir den schönen Eindruck, dass dies nichts anderes als eine Plattform für Männer ist, die eine günstige oder gar Gratis-Arbeitskraft suchen, die nebenbei noch nicht mal schlecht aussieht. Aussagen wie „So Regina, und jetza schaust, dasst amoi in da Küch mithilfst, ga!“ und „Betti, du mochst den Stoll und de Sandra wird dawal des Essen vorbereiten,gell!“ sind Norm. Meine lieben Männer, nichts gegen faire Arbeitsteilung – so lang sie auch fair ist! Besonders auffallend sind vor allem junge Männer, die Aussagen wie „Guat ausschauen tuat sie schon amal, jetzt miass ma noch schauen ob se kochn kennat, i hab ane Freind einglodn, dass sie amal zagt was se kann!“ für die Logik des Verliebens und „Frauenfindens“ halten. Von Gefühlen können wir hier wirklich nicht sprechen. Es ist ein veraltetes Bewusstsein über Arbeitsteilung, Beziehungen und Fairness zwischen Männern und Frauen, das einfach nicht stimmt. Und das hat es auch vor hundert Jahren nicht.
Ein gleichzeitiger Tomatenwurf geht somit automatisch an TV-Sender, die sich solchen Konzepten wie jenem annehmen und daraus Geld schlagen. Sie (re)produzieren jenes („Traditions“-)Bewusstsein, und wir ZuschauerInnen nehmen es auf.
Jenem Denken hat sich zum Beispiel ein Discobesitzer angenommen und daraus weiter Geld geschlagen: Bauer sucht Sau. Finde deine TraumSau!
Frauen als billige Arbeitskraft – bei unserer derzeitigen Gehaltsschere keine unbekannte Tatsache. Frauen, die offiziell als Säue bezeichnet werden, die man finden kann – und die am besten noch im „schweinischen“ Outfit herumlaufen: etwas Neues, gut fürs Geschäft. WHAT THE FUCK?!
Wehret euch!






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